<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>spirograf. Literatur, Buecher, Meinung &#187; Jiro Taniguchi</title>
	<atom:link href="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/tag/jiro-taniguchi/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Fri, 16 Dec 2011 15:10:42 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>Taniguchi: Adieu la Chine, Japan is calling</title>
		<link>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/10/29/taniguchi-adieu-la-chine-japan-is-calling/</link>
		<comments>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/10/29/taniguchi-adieu-la-chine-japan-is-calling/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 08:12:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>spirograf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemalter Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtalltag]]></category>
		<category><![CDATA[Graphic Novel]]></category>
		<category><![CDATA[Jiro Taniguchi]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/?p=816</guid>
		<description><![CDATA[Die Messe, die Dissidenten und die Chefs des internationalen Zentrums liegen hinter uns. Wir können über japanische Autoren reden, was wir ohne Not tun, nur dem Drang folgend, über den Zeichner und Autor Jiro Taniguchi zu schreiben, den all diejenigen, die sich jemals mit seinen Mangas und später den grafischen Romanen beschäftigt haben,  längst kennen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Messe, die Dissidenten und die Chefs des internationalen Zentrums liegen hinter uns. Wir können über japanische Autoren reden, was wir ohne Not tun, nur dem Drang folgend, über den Zeichner und Autor Jiro Taniguchi zu schreiben, den all diejenigen, die sich jemals mit seinen Mangas und später den grafischen Romanen beschäftigt haben,  längst kennen. <img class="alignright size-thumbnail wp-image-819" title="taniguchi" src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/uploads/2009/10/taniguchi-150x150.jpg" alt="taniguchi" width="150" height="150" /><br />
Alle anderen Zielgruppen (auch Menschen über vierzig Jahre) können sich auf eine literarische Entdeckung freuen, auch wenn der erste Satz der Einleitung Abschreckungsqualitäten hat:  &#8220;Der Zeichner Jiro Taniguchi ist ein Poet.&#8221; Doch weder ist der einführende Text schlecht, noch sind die Bilder von der poetischen Art, die diese Zuschreibung befürchten lässt.<br />
Verlangsamung scheint mir eines der Schlüsselwörter in den Arbeiten Taniguchis zu sein, Konzentration und ein hoch reflektiertes und zugleich emotionales Verhältnis zum Konzept Familie wie zu seiner eigenen Herkunftsfamilie.</p>
<p><span>Ich bin ein <em>ignorant</em>, was japanische Kunst angeht, </span></p>
<p><em>(Dabei fällt mir eine selbsterlebte Frankfurter Geschichte ein, die ich meiner damaligen Mitbewohnerin Juliane zu verdanken habe, ihres Zeichens Japanologin, die zu dieser Zeit einen schrecklichen Proleten zum Freund hatte, in dessen Wohnung sie aber immer fuhr, wenn sich denn getroffen werden musste, da er um meine Abscheu für ihn wusste und unsere Wohnung konsequent mied. Jedenfalls war sie übers Wochenende bei ihm, und an der Tür klingelten zwei Japanerinnen, frisch vom Frankfurter Flughafen,  zwei kleine Provinzmäuse, zum ersten Mal außerhalb von Japan auf dem Weg irgendwohin, die nichts hatten außer dem Zettel mit unserer Adresse drauf und vor allem konnten sie kein Englisch oder was anderes außer Japanisch, und Juliane war nicht da. <span id="more-816"></span>Damals gab es noch keine Mobiltelefone, wirklich. Ich meine mich sogar zu erinnern, dass wir keinen Internetanschluss hatten. Jetzt beginnt die Geschichte erst interessant zu werden, da die beiden kleinen Mäuse überraschend fest entschlossen waren, so schnell nicht wieder zu gehen. Wohin auch und wie. Doch das würde jetzt sehr weit führen, gesagt sei aber, dass von diesem einen Wochenende meine absurde, doch lang gepflegte Abneigung gegen japanische Sprache und Kultur im Allgemeinen rührte, erst mit der Manga-Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen begann die Wende. )</em></p>
<p><span>jedenfalls kann auch der Laie nachlesen, dass es in Japan</span> die Tradition der <em>Ukiyo-e</em> gibt. Genrebilder, auf denen das alltägliche Leben der Menschen dargestellt wird. <em>Ukiyo</em> bedeutet <em>irdische, vergängliche Welt</em>, das angehängte <em>e</em> steht wohl für <em>Bild</em><em>. </em>Ob Taniguchi mit seinen eingefrorenen Momenten, seiner Aufmerksamkeit für den flüchtigen Moment tatsächlich in dieser Tradition steht, kann ich nicht beurteilen, doch die Annahme lässt sich für die Lektüre produktiv machen, zumal seine Sujets dieser Formensprache innig verbunden sind. Seine Helden sind keine Superkerle. Er wendet sich vielmehr dem durchschnittlichen Mittelschichtleben zu, den kleinen Lebensentwürfen, die womöglich auch ihre unbeschädigten Momente haben &#8211; oder doch wenigstens solche, die diesen flüchtigen Trost bieten. In <em>Vertraute Fremde</em> siedelt er zudem seine Geschichte Mitte der sechziger Jahre an, einer Zeit des technologischen und gesellschaftliche Umbruchs, der auch die traditionelle Familienvorstellung unterminierte.<br />
Der Protagonist &#8211; ein verheirateter Mann, zwei Kinder, angestellt und zutiefst unglücklich &#8211; findet sich auf einer befremdlichen Reise wieder. Obwohl er ein anderes Ziel hat, sitzt er auf einmal in einem Zug, der in seine Heimatstadt fährt. Dort angekommen befindet er sich auf einmal in seinem Körper als Vierzehnjähriger wieder. Sein Denken, sein Bewusstsein sind aber das des Erwachsenen. Diese magische Verwandlung eröffnet ihm die Möglichkeit, noch einmal diese Zeit zu erleben, das Verdrängte zu rekapitulieren und Verständnis zu entwickeln und zu empfinden für die Lebensentscheidungen seiner Eltern. Ein echter Dreier: erinnern, wiederholen, durcharbeiten. Hinreißend erzählt, diese Reise ins Ich und in die familiäre Vergangenheit, die von einem Feingefühl für die psychologischen Dispositionen getragen ist, das nur von der erzählerischen Finesse und dem Gespür für Intimität übertroffen wird.<br />
Nun ist noch nichts über den Bilder gesagt, nicht ganz unbedeutend bei Taniguchi. Das mache ich ein andermal.<br />
<em><br />
</em></p>
<p>Dieser Tage erscheint im Carlsen Verlag Taniguchis neues Buch: <a href="http://www.carlsen.de/web/graphicnovel/person?id=39678"><em>Von der Natur des Menschen</em></a>.<br />
Im selben Verlag sind auch zwei andere seiner Graphic Novels publiziert: <em>Die Sicht der Dinge </em>und <em>Der spazierende Mann</em>.</p>
<img src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=816&amp;ts=1328918832" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/10/29/taniguchi-adieu-la-chine-japan-is-calling/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

