Uwe Tellkamp

hat den Deutschen Buchpreis 2008 für seinen Roman “Der Turm” erhalten. Aus der Jurybegründung: “Uwe Tellkamps großer Vorwenderoman ,Der Turm’ entwirft in einer Fülle von Szenen, Bildern und Sprachformen das Panorama einer Gesellschaft, die ihrem Ende entgegentaumelt. Am Beispiel einer bürgerlichen Dresdner Familie erzählt er von Anpassung und Widerstand in einem ausgelaugten System. Der Roman spielt in den verschiedensten Milieus, unter Schülern, Ärzten, Literaten und Politkadern. Uwe Tellkamp schickt seinen rebellischen Helden Christian Hoffmann auf eine Höllenfahrt, aus seiner Enklave in den Militärdienst bis zum Strafvollzug der NVA. Den Lesern erschließen sich wie nie zuvor Aromen, Redeweisen und Mentalitäten der späten DDR. Unaufhaltsam treibt das Geschehen auf den 9. November zu.”

Mehr dazu:
Deutscher Buchpreis
Lesesaal der FAZ

Bis aufs Äußerste gespannt

waren wir. Jetzt sind sie raus, die Namen:
Dietmar Dath:
Die Abschaffung der Arten
Sherko Fatah: Das Geisterschiff
Iris Hanika: Treffen sich zwei
Rolf Lappert: Nach Hause schwimmen
Ingo Schulze: Adam und Evelyn
Uwe Tellkamp: Der Turm

Ich sollte jetzt ein kritisches, mindestens ein ironisches Statement abgeben, das sich argumentativ brillant von der Auswahl und kulturkritisch angewidert von der ganzen Sache distanziert.
Wahr aber ist, dass ich die Liste gar nicht schlecht finde. Fatah und Hanika werden davon profitieren und Auslandsverkäufe erzielen. Tellkamps und Lapperts Romane sind bravourös. Olga Flor hätte ich ja noch genommen, wenn ich gefragt worden wäre. Nichts gegen Ingo Schulze, aber mit dem Titel haben weder Handel noch Verlag eine einzige Mühe. Selbst das Publikum im In- und Ausland hatte schon Gelegenheit, den Autor für sich zu entdecken.

Warum eigentlich, liebe Jury, fehlte Katharina Hagena auf der Longlist?

Warme Semmeln

“Aufgrund der großen Nachfrage ist die 45.000 Exemplare umfassende Auflage von »Deutscher Buchpreis 2008 Longlist Leseproben« wenige Tage nach dem Erscheinen bereits ausverkauft. Das vom BÖRSENBLATT herausgegebene Lesebuch ist kostenlos im Buchhandel erhältlich.”
Eines würde mich interessieren: Haben die Buchhandlungen für das so massenhaft begehrte Lesebuch an das Börsenblatt einen Stückpreis gezahlt?
Ob jemand der Börsenblattredaktion bitte den Unterschied zwischen “ausverkauft” und “vergriffen” erläutern mag?
Die oberen fünf Plätze der käuflich zu erwerbenden Titel auf der HC-Bestsellerliste werden eingenommen von: Roche, Follett, Ahern, Meyer, Gordon.
Crowner, Point-of-Sale-Deko, Displays, Schaufensterdekorationen, Preisausschreiben und Non-Book-Giveaways gibts gratis für jede Buchhandlung dabei. Und eine irre Rabattstaffel, die das Börsenblatt aus den Einnahmen des ausverkauften Lesebuchs finanziert.
Die Longlist für den Booker Prize 2008 ist übrigens auch veröffentlicht worden.