Wo ich schon einmal dabei bin: Halbe Wahrheiten

Ich erinnere mich nicht mehr, bei welchem Film Andreas Kilb damals öffentlich geweint hat im Feuilleton. War es nicht “Das Piano”? Diese hübsch-sentimentale Verfilmung dieses australischen oder neuseeländischen Frauentitels.

Ich habe jedenfalls laut gelacht bei “Halbe Wahrheiten”. Tomine versteht etwas von Selbstironie. Er schaut hin, wie die Menschen sich bewegen, hört, wie sie sprechen und weiß, was sie hätten sagen können (schöne Übersetzung: unangestrengt, treffsicher – Björn Laser und Paul Scholz). Habe einen äußerst unterhaltsamen halben Abend verbracht. Klare Linien (der Kenner sagt: in der Tradition der ligne claire), witzige Schnitte.
Meine Lieblingsseiten: 36/37
Meine Lieblingsfigur: der janpanophile New Yorker Intellektuelle. Wie man diese Typen hassen kann.
Und wo ich schon einmal dabei bin: Meine Lieblingsblase: “Na, dann hast du ja wohl ein kleines Problem damit, oder? Mit der Wahrheit?”

Adrian Tomine: Halbe Wahrheiten, Berlin: Reprodukt Juli 2008. 104 Seiten, schwarzweiß, 26 x 17 cm, Klappenbroschur ISBN 978-3-938511-39