
Getty/Hulton archive
“Die Musik im Radio ist beschwichtigend und lyrisch jetzt, die Titel werden nicht mehr genannt, und anfangs wird sie von Harrisburg gesendet und später von Philadelphia, und so ist sie wie ein Strahl, der ihm unfehlbar heimleuchtet. Rabbit hat die Schranke der Müdigkeit durchbrochen und ist in eine Welt flacher Gelassenheit getaucht, in der nichts mehr ihn bewegt. Ganz zum Schluß bei einem Basketballspiel pflegte er in diese Welt zu geraten. Du rennst nicht mehr, wie die Zuschauer glauben, des Spiels wegen, sondern nur für dich selbst, zum Zeitvertreib. Da bist nur noch du und manchmal der Ball und natürlich das Loch, das hochangebrachte, schöne runde Loch mit seinem hübschen Netzrock. Da bist du, nur du und dieser netzumhangene Ring, der manchmal bis auf deinen Mund runterkommt, so empfindest du’s, und manchmal weit weg bleibt, steif und fern und klein. Du findest es blöde, daß die Menge immer dann erst jubelt oder stöhnt, wenn du schon längst alles in den Händen oder in den Armen gespürt hast, oder sogar in den Augen: wenn Rabbit sehr erhitzt war, konnte er deutlich sehen, wie die einzelnen Schüre sich zu Schlingen legten und den Reifen einfaßten. Aber am Abend, kurz bevor es losgeht, wenn du rauskommst, um dich warmzuspielen, und du siehst all die Boys aus der Stadt, wie sie hinten auf der Tribüne sitzen und sich anknuffen, und die Mädchen von der Cheerleader-Gruppe, die mit den schickeren Lehrern rumblödeln, dann ist es, als ob die Menge mitten in dir wäre, in deiner Leber, deinen Lungen, deinem Magen. So ein dicker Kerl war damals immer dabei, der Rabbits Innereien regelrecht umgestülpt hat. ‘Hey, Kanone! Zeig’s uns!’ Rabbit ist jetzt, in der Erinnerung, voller Zärtlichkeit für den Burschen; der hat in ihm so etwas wie einen Helden gesehen.”