Paul Marsh

gründete 1994 The Marsh Agency zusammen mit seiner Frau Susanna Nicklin.
Zu Beginn vertrat die Agentur im Schwerpunkt die Übersetzungsrechte für britische und kanadische Literaturagenten und Verlage, erwarb sich rasch einen sehr guten Ruf und vertrat seit Ende der neunziger Jahre selbst Autoren und Autorinnen auf dem internationalen Markt, darunter  Kate Atkinson, Iain Banks, Simon Beckett,  Emma Donoghue,  Jonathan Safran Foer, Margaret Forster, Jonathan Lethem, Vikram Seth, Anita Nair, Ben Okri.
Paul Marsh starb am Sonntag, dem 5. Juli,  überraschend in Mailand, wo er sich zu einer Verlagsreise aufhielt.
Ein begeisterter Büchermensch, ein passionierter Profi im Literaturgeschäft, der seinen Autoren, Gesprächs- und Geschäftspartnern fehlen wird.

Angela Praesent: Lektorin, Herausgeberin, Übersetzerin und Autorin

Angela Praesent ist im Alter von nur 64 Jahren in Heidelberg gestorben.

Zusammen mit Gisela Krahl begründete sie in den achtziger Jahren im Rowohlt Taschenbuch Verlag die Reihe “neue frau”, die sie auch lange als Lektorin betreute.
Ihre Kenntnisse der angloamerikanischen Literaur waren stupend und ihre Übersetzungen der Werke von Harold Brodkey, Edgar L. Doctorow, Anne Enright, Toni Morrison und John Updike sind prägend für die deutsche Rezeption dieser Autoren. Für ihre Leistungen wurde sie  mit dem Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Übersetzer-Preis und dem Paul Celan-Preis ausgezeichnet.
Sie war Jurorin in Klagenfurt, selbst Autorin, Kritikerin, Herausgeberin und unermüdliche Literaturvermittlerin, die etlichen Autorinnen und Autoren den Weg bereitet hat.
Die Literatur verliert mit ihr einen starken,  intellektuellen Kopf.

So etwas wie einen Helden

Getty/Hulton archive

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“Die Musik im Radio ist beschwichtigend und lyrisch jetzt, die Titel werden nicht mehr genannt, und anfangs wird sie von Harrisburg gesendet und später von Philadelphia, und so ist sie wie ein Strahl, der ihm unfehlbar heimleuchtet. Rabbit hat die Schranke der Müdigkeit durchbrochen und ist in eine Welt flacher Gelassenheit getaucht, in der nichts mehr ihn bewegt. Ganz zum Schluß bei einem Basketballspiel pflegte er in diese Welt zu geraten. Du rennst nicht mehr, wie die Zuschauer glauben, des Spiels wegen, sondern nur für dich selbst, zum Zeitvertreib. Da bist nur noch du und manchmal der Ball und natürlich das Loch, das hochangebrachte, schöne runde Loch mit seinem hübschen Netzrock. Da bist du, nur du und dieser netzumhangene Ring, der manchmal bis auf deinen Mund runterkommt, so empfindest du’s, und manchmal weit weg bleibt, steif und fern und klein. Du findest es blöde, daß die Menge immer dann erst jubelt oder stöhnt, wenn du schon längst alles in den Händen oder in den Armen gespürt hast, oder sogar in den Augen: wenn Rabbit sehr erhitzt war, konnte er deutlich sehen, wie die einzelnen Schüre sich zu Schlingen legten und den Reifen einfaßten. Aber am Abend, kurz bevor es losgeht, wenn du rauskommst, um dich warmzuspielen, und du siehst all die Boys aus der Stadt, wie sie hinten auf der Tribüne sitzen und sich anknuffen, und die Mädchen von der Cheerleader-Gruppe, die mit den schickeren Lehrern rumblödeln, dann ist es, als ob die Menge mitten in dir wäre, in deiner Leber, deinen Lungen, deinem Magen. So ein dicker Kerl war damals immer dabei, der Rabbits Innereien regelrecht umgestülpt hat. ‘Hey, Kanone! Zeig’s uns!’ Rabbit ist jetzt, in der Erinnerung, voller Zärtlichkeit für den Burschen; der hat in ihm so etwas wie einen Helden gesehen.”

Mord

Diese Meldung aus Moskau übernehmen wir von boersenblatt.net:

Medienberichten zufolge wurde der Menschenrechtsanwalt Stanislaw Markelow, der unter anderem die ermordete regierungskritische Reporterin Anna Politkowskaja vertreten hatte, am Montag auf offener Straße in Moskau erschossen.

Der 34-jährige Jurist wurde kurz nach einer Pressekonferenz in Kremlnähe von einem Unbekannten mit einem Kopfschuss getötet, wie die Staatsanwaltschaft nach Angaben der Agentur Interfax mitteilte. Die Journalistin Anastasja Baburowa, die für die kremlkritische Zeitung „Nowaja Gaseta“ arbeitete und Markelow begleitet hatte, wurde durch Schüsse schwer verletzt und starb später im Krankenhaus.