Fatigue

Ein selten gewordenes Wort, das elegant Ermüdung, Leere, Überdruss und Ekel verdichtet. Gestern begegnete ich ihm gleich zweimal und kam auf seiner Spur auf ein wunderbares Buch zurück.

Gestern las ich spiegel online. Düstere Dinge liest man dort. Die düstersten ganz weit unten. Dort bekommt man Nachricht von der facebook fatigue, von der weltweit umspannenden, tiefen Erschöpfung, die aus der Beschäftigung mit dem Belanglosen erwächst.
Und weil das Unternehmenswachstum weltweit schlicht aus Marktübersättigung stagniert, erfand Facebook die Timeline, im Deutschen die Chronik. Es nimmt nämlich für den Chronisten sehr viel Zeit in Anspruch, alle Dokumente, Bilder und Lebensbelege in die Chronik einzupflegen, das eigene Leben endlich sichtbar zu machen und darüber hinaus die datenschutzrelevanten Einstellungen zu verstehen und zu aktivieren. Endlich die perfektionierte Möglichkeit, den Überdruss mit vollständig sinnentleertem Tun zu ertränken. Und gleichzeitig ökonomisch verwertbar zu bleiben – denn jeder Augenblick, den ein ermüdeter Nutzer mit der Aufbereitung der ermüdenden Dokumente seines kleinen Lebens auf Facebook verbringt, ist eine guter Augenblick für die Werbetreibenden.

Gestern lief ich auch über die Straße.
Vor einem Kleinkinderförderungsgeschäft namens “Zwergenorchester” stehen elf gleiche dunkelblaue Nobelkinderkutschen unter identischen Regenschutzhüllen. Elf – sehr wahrscheinlich – gut ausgebildete Mütter der gehobenen Mittelschicht mit musikalisch optimal geförderten Kleinkindern im Alter von etwa anderthalb Jahren treten mitten am Tag auf den Bürgersteig. Eine lässt uns wissen, dass sie noch zum Markt gehen wird und am Abend, wenn Sebastian nach Hause kommt, etwas Schönes gekocht haben will.
Eine fatigue überkam mich, die der Gesamtsituation mehr als gerecht wird.

Vivre fatigue
– so lautet der Titel eines Bandes mit Kurzgeschichten von dem im Jahr 2000 verstorbenen Jean-Claude Izzo. Dort heißt es: »Je weiter man zum Ende der Dinge kommt, umso mehr verschwimmt der Unterschied zwischen Glück und Unglück«.
Der Band ist im Unionsverlag unter dem Titel Leben macht müde erschienen.
Schneidend klare, trostlose Erzählungen, in denen die Gewissheit herrscht, das auf einen Moment des Glücks das Unglück folgt und am Ende bloss der Tod steht.
Einen winzigen Trost gibt es für Leser: In der letzten Geschichte begegnet man Fabio Montale, der dann in der Marseille-Trilogie den intellektuell attraktivsten Anti-Helden der zeitgenössischen Kriminalliteratur gibt.

“See you on Main Street.” Marketing made by Amazon

Schöne, ausgefinkelte Idee der Amazon-Strategen: Der Kunde scannt im stationären Handel den Barcode eines Produktes (Buch), bekommt über die kostenlose Price Check App augenblicklich den aktuellen Vergleichspreis im Onlinehandel, die Bestellfunktion wird aktiviert und der Kunde erhält eine Prämie von 5 $, wenn er den Artikel statt im Laden zu kaufen, in dem er gerade steht, bei Amazon bestellt.
Am letzten Samstag in den USA als Aktion durchgeführt.

Oren Treicher, Chef der Vereinigung amerikanischer Buchhändler, hat Amazon-CEO Jeff Bezos in einem offenen Brief eine erste Einschätzung dieser Aktion gegeben.

Der stationäre Buchhandel darf sich geehrt fühlen, von Amazon als Showroom genutzt zu werden – samt qualifiziertem Personal, Beratung, Kauferlebnis und haptischem Erleben der Ware Buch.

Interessanter ist gleichwohl der Gedanke, den Treicher in der öffentlichen Diskussion in den Ring wirft: Selbst Amazon-Kunden schicken ihre Kinder auf Schulen, auch bei Amazon-Kunden kann mal das Haus brennen und selbst Amazon-Kunden rufen die Polizei, wenn ihre Karre geklaut wird.

Der stationäre Handel zahlt Gewerbesteuer, eine lästige Hürde, die der Internethändler auf dem Weg zur Renditesteigerung längst beiseite geräumt hat – trotz gegenteiliger Beteuerungen der PR-Abteilung.
Es ist eine infame Marketingstrategie.
Und fünf Dollar scheinen zu reichen, damit Menschen sich wie Schafe aufführen.

Heute ist es soweit: Ich rede dem Kiezhandel das Wort, der deutschen Fußgängerzone und der Provinzmentalität. Am Ende des Tages (mein Management-Lieblingswort) gibt es keine verdammte Alternative. Weihnachten wird nicht unterm Baum entschieden, sondern auf der Straße.

Raus mit Euch, Ihr Konsumenten. Es reicht nicht mehr, das Biomüsli im Schrank zu haben und den Laptop auf dem Küchentisch.
Runter auf die Gass mit Euch, Ihr Käufer, sonst brennt eines Tages der Christbaum und keiner kommt zum Löschen.

Zeigt her eure Hände: green washing

Gerade ist mir nicht an einem Buch gelegen, denn ich bin begeistert von den Informationen, die das FAZ-Feuilleton heute bietet – genauer: im Artikel zum energieeffizienten Umbau der beiden Hochhäuser der Deutschen Bank in Frankfurt.

Um es gleich vorwegzuschicken: Ich bin unbedingt für Klimaschutz und Greentowers ist ein toller neuer Name. Sowohl Bauherren wie Architekt haben das Beste gegeben, was im Bereich Energiesparen technisch wie prozessorientiert möglich ist: natürliche Lüftung statt Klimaanlage, intelligent lightening, weg mit den Desktops und alles auf crowd computing, größere Milchbehälter in den Teeküchen (spart Arbeitszeit der Servicekraft und schmälert deren Footprint), Wiederaufbereitung von Wasser und und und.
Der Umbau erhöht nicht nur beispielhaft und nachhaltig die green credibility der Deutschen Bank und stärkt die CRS, im Ergebnis wird tatsächlich beträchtlich Energie gespart. Continue reading

Taniguchi: Adieu la Chine, Japan is calling

Die Messe, die Dissidenten und die Chefs des internationalen Zentrums liegen hinter uns. Wir können über japanische Autoren reden, was wir ohne Not tun, nur dem Drang folgend, über den Zeichner und Autor Jiro Taniguchi zu schreiben, den all diejenigen, die sich jemals mit seinen Mangas und später den grafischen Romanen beschäftigt haben,  längst kennen. taniguchi
Alle anderen Zielgruppen (auch Menschen über vierzig Jahre) können sich auf eine literarische Entdeckung freuen, auch wenn der erste Satz der Einleitung Abschreckungsqualitäten hat:  “Der Zeichner Jiro Taniguchi ist ein Poet.” Doch weder ist der einführende Text schlecht, noch sind die Bilder von der poetischen Art, die diese Zuschreibung befürchten lässt.
Verlangsamung scheint mir eines der Schlüsselwörter in den Arbeiten Taniguchis zu sein, Konzentration und ein hoch reflektiertes und zugleich emotionales Verhältnis zum Konzept Familie wie zu seiner eigenen Herkunftsfamilie.

Ich bin ein ignorant, was japanische Kunst angeht,

(Dabei fällt mir eine selbsterlebte Frankfurter Geschichte ein, die ich meiner damaligen Mitbewohnerin Juliane zu verdanken habe, ihres Zeichens Japanologin, die zu dieser Zeit einen schrecklichen Proleten zum Freund hatte, in dessen Wohnung sie aber immer fuhr, wenn sich denn getroffen werden musste, da er um meine Abscheu für ihn wusste und unsere Wohnung konsequent mied. Jedenfalls war sie übers Wochenende bei ihm, und an der Tür klingelten zwei Japanerinnen, frisch vom Frankfurter Flughafen,  zwei kleine Provinzmäuse, zum ersten Mal außerhalb von Japan auf dem Weg irgendwohin, die nichts hatten außer dem Zettel mit unserer Adresse drauf und vor allem konnten sie kein Englisch oder was anderes außer Japanisch, und Juliane war nicht da. Continue reading

Überleben in den kreativen Industrien – Berliner Konferenz

Zum Nachdenken über die Bedingungen  lädt die Rosa Luxemburg-Stiftung ein. Am 13. und 14.11. findet im Prater der Volksbühne eine internationale Konferenz zum Thema kreative Arbeitsformen, Verwertung und digitale Revolution statt.

Im Einladungstext heißt es:
“Die digitale Revolution der Produktions- und Distributionsmittel, die Kämpfe um intellektuelle Eigentums- und Verwertungsrechte, flexiblere Unternehmensstrukturen und Arbeitsverhältnisse, die Projektform der Arbeit und die Privatisierung von Kultureinrichtungen haben Arbeits- und Lebensweisen wie Subjektivitäten verändert. Einer schier unübersichtlichen Zahl von Betätigungschancen steht eine enorme Konkurrenz um Jobs und Aufträge gegenüber, den gewachsenen Ausdrucksmöglichkeiten ein Druck zur Konformität des Marktes, einer freieren Selbstbestimmung die Selbstausbeutung in informellen und entgrenzten Arbeitsverhältnissen bei unsicheren Einkommen.
Kommerzialisierung und Gentrifizierung verdrängen das Kreative der Creative Cities, Widerständiges und Unangepasstes wird umgeformt und integriert. Doch die Stadt, die Arbeit, das Leben bleiben umkämpft. Das Überleben in den Creative Industries soll von unterschiedlichen Seiten und mit unterschiedlichen Formen gedeutet werden: Wissenschaftiche Analyse trifft auf zugespitzte publizistische Meinung und literarische, filmische und darstellende künstlerische Form.”

Da fahren wir doch mal hin, nicht wahr?
Zum Anwärmen:

Es mögen Trinker sein, aber es sind auch nur menschliche Wesen

Der Aufwertungsdiskurs, der innerhalb der Comicfachbetriebe geführt wird, ist ja keineswegs uninteressant, wenn man denn etwas Zeit mitbringt.
Den heutigen Abend hatte ich mir reserviert, um auch etwas theoretisch Anspruchsvolles und gleichzeitig Originelles zum Verhältnis von Graphik und Literatur zu schreiben. Um mich auf der Höhe der Debatte zu bewegen, begann ich nach dem (frühen) Abendessen mit einigen aktuellen Zeitschriftenbeiträgen und Aufsätzen, danach lauschte ich dem (langen) Hörfunkmitschnitt einer Diskussionsrunde, wobei die Sendung bei mir ein starkes, dabei leicht lähmendes Déjà-Vu-Gefühl auslöste: nachmittägliche Philosophieseminare der achtziger Jahre, Schauspiele mit streng verteilter Rollenprosa. Alle waren sie da – die tüchtigen Assistenten, die glatten Rhethoriker und die bedächtigen Intellektuellen, alle, bis hin zu dem Mädchen, das in der Theorie nicht so zuhause ist, aber trotzdem von allen gemocht wird.
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Sandsturm über Gaza

Omar Jussuf gerät nolens volens in seinen zweiten Fall.  Es genügt eine Reise von Bethlehem nach Gaza Stadt, und die Gewalt ist um ihn. Damit ist auch schon der Grundton dieses Krimis beschrieben: eine politische und menschliche Verzweiflung an den Mechaniken und Dispositionen der Gewalt im besetzten Gaza. Interessant ist diese Perspektive schon deshalb, weil man als Leser die Nahost-Diskussion meist in der Polarisierung zwischen rees2Israelis und Palästinensern wahrnimmt. In diesem Buch aber spielen die Israelis nur eine nachgeordnete Rolle: Die Konflikte, Machtkämpfe und politischen Morde ereignen sich in Gaza, zwischen den politischen Gruppierungen innerhalb der Fatah, ihrer Geheimdienste und der konkurrierenden Miliz-Brigaden. Der Geschichtslehrer Omar Jussuf reist mit einem UNO-Kollegen von der Westbank in den Gazastreifen, um eine Schulinspektion durchzuführen. Als es zum Mord an einem anderen Mitarbeiter kommt, zieht die UNO alle Kräfte aus dem Gebiet ab, und Omar Jussuf ist auf sich allein gestellt.

Um es gleich vorweg zu sagen: Die Krimihandlung lasse ich nicht aus Anstand gegenüber dem spannungsfreudigen Leser beiseite , sondern weil ich während der Lektüre mehrfach den Überblick verloren habe, wer gegen wen taktiert, wer mit wem paktiert und wer der gröbere und gewaltbereitere Palästinenser ist. Das mag auch mit der Ignoranz des Westlers zu tun haben, sich arabische Namen zu merken, aber es wird nicht dadurch besser, dass der eine von zwei Westlern ein Schwede ist und Wallender heißt, das Hirn mithin bei jeder Namensnennung trotz des kleinen “e” einen Sidestep nach Ystad macht. Die originelle Konstruktion der Krimihandlung gehört sicher auch nicht zu den Hauptanliegen des Journalisten Rees, der die literarische Form wählt, um von seinen Erfahrungen aus Nahost zu berichten. Einem Geschichtslehrer lassen sich nun auch in jedem Dialog sehr gut Exkurse über historische Fragestellungen anhängen. Die in der Tat kenntnisreich sind und die ebenso wie die genauen Beschreibungen des Alltags im Terror den Lesemotor am Laufen halten. Die Figur des moralisch integren und etwas sentimentalen Lehrers scheint mir aber letztlich auf merkwürdige Weise missglückt. Der Roman ist in seiner Schreibweise, in seinem Impetus und der Machart sehr amerikanisch. Der Detektiv trägt deutliche Spuren seiner klassischen Vorbilder, gleichzeitig treibt ihn, den “guten” Araber,  die Sehnsucht nach einer verlorenen intakten arabischen Kultur, eine Sehnsucht, die im Nachklang sehr schief als westliche Projektion erscheint.

Gegen den Krimi “Ein Grab in Gaza” lässt sich also einiges einwenden, die Erzählung aus  Gaza ist zu empfehlen. Als anspruchsvoller Kunde würde ich mir wünschen, einen ähnlich gelagerten Krimi von einem palästinensischen Autor zu lesen. Über den ersten Fall für Omar Jussuf (“Der Verräter Bethlehem”) haben wir berichtet. Ein beachtlicher Erfolg auf dem deutschen Buchmarkt. Die Übersetzung von Klaus Modick gibt auch dem zweiten Titel wieder einen sehr eigenen Übersetzungston, dicht am englischen Original, manchmal vielleicht literarisierender, als es der Text hergibt.

Matt Beynon Rees: Ein Grab in Gaza. Omar Jussufs zweiter Fall. München: C.H. Beck 2009, ISBN 978 3 406 582417

Überfällig: Das Lob des Buchhändlers Heiner K.

Letztes Jahr war es soweit: Ich wollte keine Krimis mehr lesen, keine Thriller, nichts, nie mehr.
Nach dieser heilsamen Genrekrise begegnen mir inzwischen wieder ein paar gute Titel – meist im Kriseninterventionszentrum Krimbuchhandlung Heiner K. in Hamburg. Der Therapeut arbeitet im Stehen in einem hellen Ladenlokal, läuft im Raum herum, zuppelt an ein paar Titeln, brummt ‘Nehmen Sie den mit,  der ist nicht ganz schlecht” oder “Den können Sie nicht mitnehmen, den habe ich selbst noch nicht gelesen”.
Heiner K. gibt mir auch mal ein Leseexemplar mit, das ich schnell wieder zurückbringen muss.
“Kleine Aster” war dabei, kannte er noch nicht, ein Erstling. Und was für ein hübsches Eingangszitat von Benn: “Trinke dich satt in deiner Vase!
Ruhe sanft,
kleine Aster!”
Auch der Prolog, in dem die Figur Erwin Czeska eingeführt wird, überzeugt durch menschliche Untiefe, herunter gekommenes Ambiente und widerwärtiges Verhalten. Danach findet man sich in einem Berliner Sam Spade-Revival wieder und wartet und wartet vergeblich auf das erlösende HAHAHA! War doch nur Pastiche, Mensch. Bis zur Seite 128 jedenfalls kommt keine Erlösung. Lange lässt kein einziges Klischee aus, und doch hat man das Gefühl: Wenn der Verlag nur drei, vier Titel lang durchhält, kann man als Leser wieder einsteigen.
In diesem Wohlgefühl großzügiger Arroganz klappt man das Taschenbüchlein zu und geht einen guten Krimi kaufen bei Heiner K. Er wird schon einen kennen.
Moritz Wulf Lange: Kleine Aster, Bloomsbury Berlin, 260 Seiten, ISBN-13: 9783827007933,

sinfonie der krise

Jason Lutes, geboren 1967 in New Jersey, wurde im Feuilleton längst gebührend für seine auf drei Teile angelegte Graphic Novel über Berlin gewürdigt. Die Trilogie setzt im September 1928 ein und wird im Januar 1933  enden. Der zweite Teil, “berlin. bleierne stadt” ist 2008 im amerikanischen Original und fast zeitgleich auch in deutscher Übersetzung luteserschienen. Das historische Sujet scheint nun wirklich im Metier sehr geschätzt zu werden (“Die Sache mit Sorge”, “Allein unter Allen”, “Die Erfindung der Currywurst”, “Liebe schaut weg”, “Grabenkrieg”), wenn auch mit unterschiedlichem Impetus. Darüber muss man noch einmal eigens schreiben.

Lutes ist ein Könner, ein Träumer und Erzähler. Assoziativ und brillant montiert verschränken sich die einzelnen Fäden der Geschichte miteinander. Geschichte und Erinnerung, Rekonstruktion und Projektion laufen ineinander.  Sehr schön zudem seine Art,  Nebenfiguren, wenn sie die Hauptgeschichte verlassen haben,  noch ein paar Augenblicke lang in ihr Leben zu verfolgen.  Die Themen der späten zwanziger Jahre, die Kunst und die Musik sind neben der Politik immer präsent, denn in der Manier seines Schreibens und Zeichnens hebt er sie auf die Gegenwartsebene. Manchmal ist der didaktische Gestus ein bisschen penetrant, dann leidet auch die Geschichte ein wenig, doch letztlich reüssiert er mit und trotz seines gewaltigen Anspruchs.
Durchgängig schwarzweiß, dynamisch in der Bilddramaturgie und fitzelig genau da, wo man sich die Details auch wünscht, freistellend und flächig, wo die Perspektiven wechseln.
Also, ich fand es nicht schlecht.
Jetzt habe ich mir einige Minuten lang den Kopf darüber zerbrochen, welche Hamburger Urheberrechtsanwaltssyndikatskoryphäre mir der Carlsen Verlag schicken wird mit Vorladungen und Androhungen, wenn ich eine Arbeitsprobe der novel hier einklinke. ” Darf nicht im kommerziellen Kontext verwendet werden.” Ich meine, natürlich ist das hier ein kommerzieller Kontext, wenn auch einstweilen nicht offenkundig. Ich will mit diesem Blog reich und berühmt werden. Der Carlsen Verlag wird sehr, sehr freundlich zu mir sein, damit ich seine graphic novels bespreche. Ich bekomme Rezensionsexemplare und echt massenweise Einkaufsgutscheine für Hugendubel Frankfurt, deren Aktionsfläche im Erdgeschoss diese Woche von Carlsen gekauft worden ist. Diese herrliche Zukunft will ich nicht aufs Spiel setzen mit einem illegalen Link. Für alle, die nichts zu verlieren haben: Leseprobe.

Jason Lutes: berlin. bleierne stadt, 208 Seiten, Klappenbroschur, €  14, ISBN 978-3-551-76676-2