<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>spirograf. Literatur, Buecher, Meinung &#187; Literatur</title>
	<atom:link href="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/category/literatur/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Fri, 16 Dec 2011 15:10:42 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>Fatigue</title>
		<link>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2011/12/16/fatigue/</link>
		<comments>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2011/12/16/fatigue/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 13:41:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>spirograf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Franzosen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtalltag]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook timeline]]></category>
		<category><![CDATA[Jean-Claude Izzo]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/?p=1052</guid>
		<description><![CDATA[Ein selten gewordenes Wort, das elegant Ermüdung, Leere, Überdruss und Ekel verdichtet. Gestern begegnete ich ihm gleich zweimal und kam auf seiner Spur auf ein wunderbares Buch zurück. Gestern las ich spiegel online. Düstere Dinge liest man dort. Die düstersten ganz weit unten. Dort bekommt man Nachricht von der facebook fatigue, von der weltweit umspannenden, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein selten gewordenes Wort, das elegant Ermüdung, Leere, Überdruss und Ekel verdichtet.<br />
Gestern begegnete ich ihm gleich zweimal und kam auf seiner Spur auf ein wunderbares Buch zurück.</p>
<p>Gestern las ich spiegel online. Düstere Dinge liest man dort. Die düstersten ganz weit unten. Dort bekommt man Nachricht von der <em>facebook fatigue</em>, von der weltweit umspannenden, tiefen Erschöpfung, die aus der Beschäftigung mit dem Belanglosen erwächst.<br />
Und weil das Unternehmenswachstum weltweit schlicht aus Marktübersättigung stagniert, erfand Facebook die <em>Timeline</em>, im Deutschen die <em>Chronik</em>. Es nimmt nämlich für den Chronisten sehr viel Zeit in Anspruch, alle Dokumente, Bilder und Lebensbelege in die Chronik einzupflegen, das eigene Leben endlich sichtbar zu machen und darüber hinaus die datenschutzrelevanten Einstellungen zu verstehen und zu aktivieren. Endlich die perfektionierte Möglichkeit, den Überdruss mit vollständig sinnentleertem Tun zu ertränken. Und gleichzeitig ökonomisch verwertbar zu bleiben &#8211; denn jeder Augenblick, den ein ermüdeter Nutzer mit der Aufbereitung der ermüdenden Dokumente seines kleinen Lebens auf Facebook verbringt, ist eine guter Augenblick für die Werbetreibenden.</p>
<p>Gestern lief ich auch über die Straße.<br />
Vor einem Kleinkinderförderungsgeschäft namens &#8220;Zwergenorchester&#8221; stehen elf gleiche dunkelblaue Nobelkinderkutschen unter identischen Regenschutzhüllen. Elf &#8211; sehr wahrscheinlich &#8211; gut ausgebildete Mütter der gehobenen Mittelschicht mit musikalisch optimal geförderten Kleinkindern im Alter von etwa anderthalb Jahren treten mitten am Tag auf den Bürgersteig. Eine lässt uns wissen, dass sie noch zum Markt gehen wird und am Abend, wenn Sebastian nach Hause kommt, etwas Schönes gekocht haben will.<br />
Eine <em>fatigue</em> überkam mich, die der Gesamtsituation mehr als gerecht wird.<br />
<em><br />
<a href="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/uploads/2011/12/32932039731.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1063" title="Izzo: Leben macht müde" src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/uploads/2011/12/32932039731-182x300.jpg" alt="" width="70" height="116" /></a>Vivre fatigue</em> &#8211; so lautet der Titel eines Bandes mit Kurzgeschichten von dem im Jahr 2000 verstorbenen Jean-Claude Izzo. Dort heißt es: »Je weiter man zum Ende der Dinge kommt, umso mehr verschwimmt der Unterschied zwischen Glück und Unglück«.<br />
Der Band ist im Unionsverlag unter dem Titel <em>Leben macht müde</em> erschienen.<br />
Schneidend klare, trostlose Erzählungen, in denen die Gewissheit herrscht, das auf einen Moment des Glücks das Unglück folgt und am Ende bloss der Tod steht.<br />
Einen winzigen Trost gibt es für Leser: In der letzten Geschichte begegnet man Fabio Montale, der dann in der <em>Marseille-Trilogie</em> den intellektuell attraktivsten Anti-Helden der zeitgenössischen Kriminalliteratur gibt.</p>
<img src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=1052&amp;ts=1328918792" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2011/12/16/fatigue/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kleines Geld für gute Kunst: electrocomics</title>
		<link>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2011/12/01/kleines-geld-fur-gute-kunst/</link>
		<comments>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2011/12/01/kleines-geld-fur-gute-kunst/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 01 Dec 2011 14:19:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>spirograf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Gemalter Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Electrocomics]]></category>
		<category><![CDATA[Graphic Novel]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Hellmann]]></category>
		<category><![CDATA[Ulli Lust]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/?p=936</guid>
		<description><![CDATA[Bevor Sie 12,90 für den nächsten blutrünstigen Psycho-Thriller bezahlen, geben Sie Ihre Euros doch für ein außergewöhnliches Lese- und Seherlebnis: Electrocomics ist eine Verlagsplattform für internationale Comics und Graphic Novels, die die Berliner Zeichnerin und Illustratorin Ulli Lust initiiert hat und verlegerisch betreut. Eine stupende Auswahl junger sowie bekannter KünstlerInnen stellt ihre Zeichnungen, Geschichten und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/uploads/2011/12/innen011.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-938" title="(c) Michael Hellmann, electrocomics" src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/uploads/2011/12/innen011.gif" alt="Aus: Iceberg. Müll in der Arktis" width="419" height="142" /></a></p>
<p>Bevor Sie 12,90 für den nächsten blutrünstigen Psycho-Thriller bezahlen, geben Sie Ihre Euros doch für ein außergewöhnliches Lese- und Seherlebnis:<br />
<a href="http://www.electrocomics.com">Electrocomics</a> ist eine Verlagsplattform für internationale Comics und Graphic Novels, die die Berliner Zeichnerin und Illustratorin Ulli Lust initiiert hat und verlegerisch betreut.<br />
Eine stupende Auswahl junger sowie bekannter KünstlerInnen stellt ihre Zeichnungen, Geschichten und Essays zum kostenfreien Download bereit. Die AutorenInnen werden mit ihren Arbeiten ausführlich vorgestellt.<br />
Viele der Comics und Graphic Novels haben eine schmales Format, das als Einzelpublikation schwierig zu realisieren wäre, daher ist die Möglichkeit, die PDFs im Vollbildmodus anzuschauen, ein großartiger Weg, die Arbeiten einem Publikum vorzustellen. Einige der Bilderzählungen sind hingegen durchaus umfangreich &#8211; manche auch in Verlagen erschienen &#8211; eignen sich aber von ihrer Bildsprache her für die Präsentation im PDF.<br />
Man darf umsonst schauen, man darf die Kunst aber auch honorieren. Tun Sie es großzügig!</p>
<p>Die oben gezeigte Bildfolge entstammt der Arbeit &#8220;Iceberg. Müll in der Arktis&#8221; des kanadischen Künstlers <a href="http://www.lifeinapanel.blogspot.com">Michael Hellmann</a>. Eine minimalistische, s/w-ausgeführte dokumentarische Geschichte, die von einem verheerenden militärischen Unfall in den Eiswüste der Arktis erzählt. Linierte weiße Blätter, Figuren wie Schattenrisse und eine grafische Bildsprache erzeugen die Suggestion von arktischer Landschaft, von Leere und anhaltender Bedrohung.</p>
<img src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=936&amp;ts=1328918792" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2011/12/01/kleines-geld-fur-gute-kunst/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Vergnüglich</title>
		<link>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2011/11/17/vergnuglich/</link>
		<comments>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2011/11/17/vergnuglich/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 13:09:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>spirograf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturrätsel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://spirograf.wordpress.com/?p=675</guid>
		<description><![CDATA[ist das Literaturquiz auf ZEIT online: Kennen Sie diese Romananfänge? Man startet mit einer gewissen angehmen Selbstgefälligkeit in den Tag, wenn man 12 von 12 Fragen kurz vor neun am Morgen schon einmal richtig beantwortet hat. Tatsächlich sind die Fragen aber nicht ernsthaft schwierig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ist das Literaturquiz auf ZEIT online:<br />
<a title="Literaturrätsel ZEIT" href="http://www.zeit.de/kultur/literatur/2011-10/kultur-quiz-romananfaenge">Kennen Sie diese Romananfänge?</a><br />
<a href="http://spirograf.files.wordpress.com/2011/11/images.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-676" title="images" src="http://spirograf.files.wordpress.com/2011/11/images.jpeg?w=150" alt="Parodie eines Bildungsbürgers" width="150" height="99" /></a>Man startet mit einer gewissen angehmen Selbstgefälligkeit in den Tag, wenn man 12 von 12 Fragen kurz vor neun am Morgen schon einmal richtig beantwortet hat.<br />
Tatsächlich sind die Fragen aber nicht ernsthaft schwierig.</p>
<img src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=909&amp;ts=1328918792" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2011/11/17/vergnuglich/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Trois femmes puissantes</title>
		<link>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/11/02/trois-femmes-puissantes/</link>
		<comments>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/11/02/trois-femmes-puissantes/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 22:32:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>spirograf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Franzosen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Marie NDiaye]]></category>
		<category><![CDATA[Prix Goncourt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/?p=860</guid>
		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-863" title="FRANCE-LITERATURE-GONCOURT-NDIAYE" src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/uploads/2009/11/ndiaye1-300x199.jpg" alt="FRANCE-LITERATURE-GONCOURT-NDIAYE" width="411" height="272" /></p>
<p style="text-align: center;">
<img src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=860&amp;ts=1328918792" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/11/02/trois-femmes-puissantes/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Taniguchi: Adieu la Chine, Japan is calling</title>
		<link>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/10/29/taniguchi-adieu-la-chine-japan-is-calling/</link>
		<comments>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/10/29/taniguchi-adieu-la-chine-japan-is-calling/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 08:12:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>spirograf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemalter Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtalltag]]></category>
		<category><![CDATA[Graphic Novel]]></category>
		<category><![CDATA[Jiro Taniguchi]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/?p=816</guid>
		<description><![CDATA[Die Messe, die Dissidenten und die Chefs des internationalen Zentrums liegen hinter uns. Wir können über japanische Autoren reden, was wir ohne Not tun, nur dem Drang folgend, über den Zeichner und Autor Jiro Taniguchi zu schreiben, den all diejenigen, die sich jemals mit seinen Mangas und später den grafischen Romanen beschäftigt haben,  längst kennen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Messe, die Dissidenten und die Chefs des internationalen Zentrums liegen hinter uns. Wir können über japanische Autoren reden, was wir ohne Not tun, nur dem Drang folgend, über den Zeichner und Autor Jiro Taniguchi zu schreiben, den all diejenigen, die sich jemals mit seinen Mangas und später den grafischen Romanen beschäftigt haben,  längst kennen. <img class="alignright size-thumbnail wp-image-819" title="taniguchi" src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/uploads/2009/10/taniguchi-150x150.jpg" alt="taniguchi" width="150" height="150" /><br />
Alle anderen Zielgruppen (auch Menschen über vierzig Jahre) können sich auf eine literarische Entdeckung freuen, auch wenn der erste Satz der Einleitung Abschreckungsqualitäten hat:  &#8220;Der Zeichner Jiro Taniguchi ist ein Poet.&#8221; Doch weder ist der einführende Text schlecht, noch sind die Bilder von der poetischen Art, die diese Zuschreibung befürchten lässt.<br />
Verlangsamung scheint mir eines der Schlüsselwörter in den Arbeiten Taniguchis zu sein, Konzentration und ein hoch reflektiertes und zugleich emotionales Verhältnis zum Konzept Familie wie zu seiner eigenen Herkunftsfamilie.</p>
<p><span>Ich bin ein <em>ignorant</em>, was japanische Kunst angeht, </span></p>
<p><em>(Dabei fällt mir eine selbsterlebte Frankfurter Geschichte ein, die ich meiner damaligen Mitbewohnerin Juliane zu verdanken habe, ihres Zeichens Japanologin, die zu dieser Zeit einen schrecklichen Proleten zum Freund hatte, in dessen Wohnung sie aber immer fuhr, wenn sich denn getroffen werden musste, da er um meine Abscheu für ihn wusste und unsere Wohnung konsequent mied. Jedenfalls war sie übers Wochenende bei ihm, und an der Tür klingelten zwei Japanerinnen, frisch vom Frankfurter Flughafen,  zwei kleine Provinzmäuse, zum ersten Mal außerhalb von Japan auf dem Weg irgendwohin, die nichts hatten außer dem Zettel mit unserer Adresse drauf und vor allem konnten sie kein Englisch oder was anderes außer Japanisch, und Juliane war nicht da. <span id="more-816"></span>Damals gab es noch keine Mobiltelefone, wirklich. Ich meine mich sogar zu erinnern, dass wir keinen Internetanschluss hatten. Jetzt beginnt die Geschichte erst interessant zu werden, da die beiden kleinen Mäuse überraschend fest entschlossen waren, so schnell nicht wieder zu gehen. Wohin auch und wie. Doch das würde jetzt sehr weit führen, gesagt sei aber, dass von diesem einen Wochenende meine absurde, doch lang gepflegte Abneigung gegen japanische Sprache und Kultur im Allgemeinen rührte, erst mit der Manga-Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen begann die Wende. )</em></p>
<p><span>jedenfalls kann auch der Laie nachlesen, dass es in Japan</span> die Tradition der <em>Ukiyo-e</em> gibt. Genrebilder, auf denen das alltägliche Leben der Menschen dargestellt wird. <em>Ukiyo</em> bedeutet <em>irdische, vergängliche Welt</em>, das angehängte <em>e</em> steht wohl für <em>Bild</em><em>. </em>Ob Taniguchi mit seinen eingefrorenen Momenten, seiner Aufmerksamkeit für den flüchtigen Moment tatsächlich in dieser Tradition steht, kann ich nicht beurteilen, doch die Annahme lässt sich für die Lektüre produktiv machen, zumal seine Sujets dieser Formensprache innig verbunden sind. Seine Helden sind keine Superkerle. Er wendet sich vielmehr dem durchschnittlichen Mittelschichtleben zu, den kleinen Lebensentwürfen, die womöglich auch ihre unbeschädigten Momente haben &#8211; oder doch wenigstens solche, die diesen flüchtigen Trost bieten. In <em>Vertraute Fremde</em> siedelt er zudem seine Geschichte Mitte der sechziger Jahre an, einer Zeit des technologischen und gesellschaftliche Umbruchs, der auch die traditionelle Familienvorstellung unterminierte.<br />
Der Protagonist &#8211; ein verheirateter Mann, zwei Kinder, angestellt und zutiefst unglücklich &#8211; findet sich auf einer befremdlichen Reise wieder. Obwohl er ein anderes Ziel hat, sitzt er auf einmal in einem Zug, der in seine Heimatstadt fährt. Dort angekommen befindet er sich auf einmal in seinem Körper als Vierzehnjähriger wieder. Sein Denken, sein Bewusstsein sind aber das des Erwachsenen. Diese magische Verwandlung eröffnet ihm die Möglichkeit, noch einmal diese Zeit zu erleben, das Verdrängte zu rekapitulieren und Verständnis zu entwickeln und zu empfinden für die Lebensentscheidungen seiner Eltern. Ein echter Dreier: erinnern, wiederholen, durcharbeiten. Hinreißend erzählt, diese Reise ins Ich und in die familiäre Vergangenheit, die von einem Feingefühl für die psychologischen Dispositionen getragen ist, das nur von der erzählerischen Finesse und dem Gespür für Intimität übertroffen wird.<br />
Nun ist noch nichts über den Bilder gesagt, nicht ganz unbedeutend bei Taniguchi. Das mache ich ein andermal.<br />
<em><br />
</em></p>
<p>Dieser Tage erscheint im Carlsen Verlag Taniguchis neues Buch: <a href="http://www.carlsen.de/web/graphicnovel/person?id=39678"><em>Von der Natur des Menschen</em></a>.<br />
Im selben Verlag sind auch zwei andere seiner Graphic Novels publiziert: <em>Die Sicht der Dinge </em>und <em>Der spazierende Mann</em>.</p>
<img src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=816&amp;ts=1328918792" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/10/29/taniguchi-adieu-la-chine-japan-is-calling/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Geschichte &amp; Erinnerung: Schwartz zum Zwanzigsten</title>
		<link>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/10/09/geschichte-erinnerung-schwartz-zum-zwanzigsten/</link>
		<comments>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/10/09/geschichte-erinnerung-schwartz-zum-zwanzigsten/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 09 Oct 2009 20:52:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>spirograf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Debut]]></category>
		<category><![CDATA[Gemalter Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Autobiographie]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Graphic Novel]]></category>
		<category><![CDATA[Herta Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Nobelpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Schwarz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/?p=726</guid>
		<description><![CDATA[Fünf Jahre alt war Simon Schwartz 1989. Mit seinen Eltern siedelte der kleine Junge Mitte der achtziger Jahre in den Westen über, nachdem die Familie mehere Jahre auf die Bewilligung des Ausreiseantrags warten musste und entsprechend lange behördlichen Repressalien und gesellschaftlicher Ausgrenzung ausgesetzt war. Was noch wie ein Detail aus der Autorenvita klingt, führt breits [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fünf Jahre alt war Simon Schwartz 1989. Mit seinen Eltern siedelte der kleine Junge Mitte der achtziger Jahre in den Westen über, nachdem die Familie mehere Jahre auf die Bewilligung des Ausreiseantrags warten musste und entsprechend lange behördlichen Repressalien und gesellschaftlicher Ausgrenzung ausgesetzt war. Was noch wie ein Detail aus der Autorenvita klingt, führt breits mitten hinein in die Erinnerungsgeschichte des Zeichners und Illustrators Simon Schwartz, der heute in Hamburg lebt.<br />
Er erzählt in intermittierenden Episoden vom Leben seiner Eltern noch vor der Geburt des Kindes, von ihren unterschiedlichen Herkünften und politischen Prägungen, von ihren familiären Bindungen und dem Verlust von Heimat. Das Kind darf später die Großeltern besuchen und setzt in Bruchstücken und erbetenen Erklärungen das Bild einer geteilten Familie zusammen. Vieles wird aus der Perpektive eines Kindes erzählt und gesehen, und was Schwartz gewiss gelingt, ist die Aufbewahrung von Alltagsgeschichte und persönlicher Lebensgeschichte, die in den Narrativen der Sieger untergestrudelt wurde.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-778" title="schwarz" src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/uploads/2009/10/schwarz1-223x300.gif" alt="schwarz" width="223" height="300" />Was Simon Schwartz aber merkwürdigerweise (noch) nicht gelingt, ist eine interessante Graphic Novel. Die Zeichnungen sind eigenwillig, schwarzweiß mit starken Konturstrichen, dunkle Grautöne dominieren und stellen flächige, stark typisierte Gesichter frei. Die einzelnen Bilder sind fein durchgearbeitet und im Detail sehr genau. Gelungen sind die ausdrucksvollen Perpektivwechsel, die so unruhig wie eine Handkamera daherkommen.</p>
<p>Dagegen fallen die Texte ab. Und unerklärlich langweilig gestaltet sich das Verhältnis von Text zu Bild. Im weißen Kasterl oben im Bild steht: &#8220;Wir lebten nur noch aus Kisten.&#8221; Das Bild zeigt drei offene Umzugskisten.  In einem anderen inserted Erklärungskasterl lesen wir: &#8220;Direkt nach dem Studium übernahm mein Vater eine 9. Klasse an einer polytechnischen Oberschule.&#8221; Wir sehen einen traurigen Lehrer am Pult vor einer Tafel sitzen.<br />
Das sind keine hinterhältig ausgesuchten Ausnahmen, sondern sie spiegeln den Ton des Buches. Distanziert, didaktisch und ohne erzählerische Ambitionen zieht sich diese Rekapitulation eines Dramas durch die Bildfolgen, die &#8211; wenn sie einmal ohne Ton stehen dürfen &#8211; ihre eindringliche Kraft  durchaus zeigen. Schwartz&#8217;  Zeichnungen haben einzeln entschieden mehr Intensität als das Buch unterm Strich entfaltet. Trotzdem habe ich es aufmerksam bis zum Schluss gelesen, denn Sujet wie bildliche Inszenierung sind interessant.<br />
claire Lenkova hat im Gerstenberg Verlag gerade ihren autobiographischen &#8220;Sachcomic&#8221; (Was mag das sein, ein autobiografischer Sachcomic?) &gt;Grenzgebiete&lt; vorgelegt. Thema, Genre und Generation scheinen sich bei diesem Jubiläum gut zu fügen. Die Verquickung von autobiographischem Ich und Historie aber bleibt jenseits von einzelnen Themen eine ästhetische Herausforderung.</p>
<p>Simon Schwartz: <a href="http://www.avant-verlag.de/index.php?b=avant&amp;rg=3&amp;ID=95&amp;kat=t">drüben!</a>, Berlin: Avant Verlag, Oktober 2009, ISBN: 978-3-939080-37-4, 120 Seiten, s/w, 14,95 Euro.</p>
<p>Ich schaffe es heute nicht, den Nobelpreis ganz auszulassen, obwohl ich es mir fest vorgenommen hatte. Dass so viele darüber schreiben, heißt nicht, dass das Thema falsch ist.</p>
<p>Herta Müller hätte jede Auszeichnung allein für ihren jüngsten Roman &gt;Atemschaukel&lt; verdient. Schon das erste Kapitel ist eine Exerzitie in Genauigkeit und Bildkraft, eine Balance von Dingwelt und Sprachraum, ein so ungeheures Ineinssetzen von Erschütterung und Gleichmaß, dass man die Tränen die Augen bekommt (ich weiß wohl, dass diese persönliche Indiskretion seit Andreas Kilbs &gt;War im Kino. Habe geweint&lt; verbrannt ist.)<br />
Sprechen allein scheint als Reaktion des Lesenden auf diese durchgeformte Trauerarbeit aber fast unzulänglich.</p>
<img src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=726&amp;ts=1328918792" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/10/09/geschichte-erinnerung-schwartz-zum-zwanzigsten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der neue Brenner: Begeisterung Hilfskonstruktion</title>
		<link>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/09/09/der-neue-brenner-begeisterung-hilfskonstruktion/</link>
		<comments>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/09/09/der-neue-brenner-begeisterung-hilfskonstruktion/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2009 19:40:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>spirograf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bestseller]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Brenner]]></category>
		<category><![CDATA[Wolf Haas]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/?p=729</guid>
		<description><![CDATA[Tot ist er ja gewesen, der Simon Brenner nach dem sechsten Buch. Mausetot und im Himmel, sonst hätte der Verlag ja niemals eigens einen Schuber für sechs Bände gemacht. Sowas lohnt sich doch nur, wenn der Held endgültig hin ist, und der Handel den Süchtigen noch Stoff anbieten will. Dass der Brenner einfach zu reden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tot ist er ja gewesen, der Simon Brenner nach dem sechsten Buch. Mausetot und im Himmel, sonst hätte der Verlag ja niemals eigens einen Schuber für sechs Bände gemacht. Sowas lohnt sich doch nur, wenn der Held endgültig hin ist, und der Handel den Süchtigen noch Stoff anbieten will.<img class="alignright size-thumbnail wp-image-732" title="Wolf Haas (c) Hoffmann und Campe" src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/uploads/2009/09/HAAS1-150x150.jpg" alt="Wolf Haas (c) Hoffmann und Campe" width="150" height="150" /><br />
Dass der Brenner einfach zu reden anfängt am Beginn, ist in dieser Hinsicht und jeder anderen auch eine Sensation für sich. Dass dann wieder was passieren würde, das denkst du dir dann schon, denn der Herr Simon, das ist keiner, bei dem es ruhig bleibt.</p>
<p>Nein, ich verfalle nicht der Versuchung zu versuchen zu schreiben, wie Haas schreibt, wenn Brenner und Haas sprechen und das Wortmaterial nur so wegfliegt. Das Problem ist ja nur, dass man gar nicht mehr rauskommt aus dieser destruierenden, Sinn entziehenden, komischen Weltwahrnehmungsweise. Die ganze Familie spricht nur noch in Ellipsen und Zitaten, sprich Wahnsinn. Kein Respekt mehr, nur tiefer Ernst da staunst du.<br />
Der liebe Gott aus dem Titel, der im Roman selbst dann nur einmal auftaucht, macht ja nicht nur bei dem Brenner, der gerade in der Kloake ersäuft wird, einen guten Eindruck, der hat es letztlich auch gut mit uns gemeint, dass wir noch ein Buch mit dem Brenner Simon bekommen, wo der doch schon bei ihm war. Große Klappe hilft.  Seit der Brenner die Antidepressiva nimmt, so was von heiter und gelassen. Aber immer noch alle Polizeitechniken sprich gewieft.</p>
<p>Alles stimmt, was wahrscheinlich je geschrieben wurde: Sprengkraft des Idioms, konkrete Poesie, Sprachkritik und Klischeedurchdringung, Spracharbeit und Wortklang, Verdichtung und Wiederholung, Hybrid aus Sprachkunst und Populärkultur. Sprachmaterial und Denkfigur.<br />
Obendrein ist dieser Krimi im österreichischen Sumpf aus Investoren, Politiker, Abtreibungsgegnern und Tirolerinnen auch noch ziemlich gut geplottet.<br />
Nehmt alle Literaturpreise und schmeißt sie auf diesen glanzvollen, klugen, hinreißend komischen Roman drauf. Quasi Erpressung.</p>
<p>Wolf Haas: Der Brenner und der liebe Gott, Kriminalroman, 223 Seiten, Hamburg: Hoffmann und Campe 2009. 19,80 Euro. ISBN 9783455401899</p>
<img src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=729&amp;ts=1328918792" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/09/09/der-neue-brenner-begeisterung-hilfskonstruktion/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Dass ja man viel Geld: Der internationale Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt</title>
		<link>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/09/03/dass-ja-man-viel-geld-der-internationale-literaturpreis-%e2%80%93-haus-der-kulturen-der-welt/</link>
		<comments>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/09/03/dass-ja-man-viel-geld-der-internationale-literaturpreis-%e2%80%93-haus-der-kulturen-der-welt/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 09:55:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>spirograf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturgeschäft]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/?p=693</guid>
		<description><![CDATA[Die Shortlist für 35.000 Euro: Alarcón, Daniel: Lost City Radio Wagenbach 2008, (übersetzt von Friederike Meltendorf) Doulatabadi, Mahmud: Der Colonel Unionsverlag 2009 , (übersetzt von Bahman Nirumand) Hage, Rawi: Als ob es kein Morgen gäbe DuMont Verlag 2009 , (übersetzt von Gregor Hens) Hemon, Aleksandar: Lazarus Knaus Verlag 2009 , (übersetzt von Rudolf Hermstein) Kohan, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Shortlist für 35.000 Euro:</p>
<p><span><strong>Alarcón, Daniel: Lost City Radio</strong></span><br />
<span> Wagenbach 2008, (übersetzt von Friederike Meltendorf)<br />
</span><span><strong>Doulatabadi, Mahmud: Der Colonel</strong> </span><br />
<span> Unionsverlag 2009 , (übersetzt von Bahman Nirumand)<br />
</span><span><strong>Hage, Rawi: Als ob es kein Morgen gäbe</strong></span><br />
<span> DuMont Verlag 2009 , (übersetzt von Gregor Hens)<br />
</span><span><strong>Hemon, Aleksandar: Lazarus</strong></span><br />
<span> Knaus Verlag 2009 , (übersetzt von Rudolf Hermstein)<br />
</span><span><strong>Kohan, Martín: Zweimal Juni</strong></span><br />
<span> Suhrkamp Verlag 2009 , (übersetzt von Peter Kultzen)<br />
</span><span><strong>Mengestu, Dinaw: Zum Wiedersehen der Sterne</strong></span><br />
<span> Claassen Verlag 2009<a title="externer Link" href="http://www.ullsteinbuchverlage.de/claassen/buch.php?id=12714&amp;page=buchaz" target="_new">,</a> (übersetzt von Volker Oldenburg)</span></p>
<p><span>Rawi Hage zum Beispiel hat ein wunderbares Buch geschrieben &#8211; für das er bereits 2008 den IMPAC-Award &#8211; den mit 100.000 Euro höchst dotierten Literaturpreis der Welt &#8211; bekommen hat.<br />
Aleksander Hemon: großes Buch  &#8211; mehrfach ausgezeichneter, in viele, viele Sprachen übersetzter Autor.<br />
Dinaw Mengestu: überhaupt kein schlechter Roman, ganz im Gegenteil. Ein amerikanisches Debut, das sowohl in den USA wie in England und Frankreich schon abgefeiert und mit Preisen bedacht worden ist.</span></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-697" title="choir" src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/uploads/2009/09/choir-150x150.jpg" alt="choir" width="150" height="150" />Vier von sechs Romanen auf der Liste sind aus dem amerikanischen Englisch übersetzt &#8211; der etablierte amerikanische Lizenzmarkt für Literatur-<br />
übersetzungen (und da bewegen sich alle vier Autoren mit ihren Agenten und Scouts) bietet so viel Raum für mutige verlegerische Entdeckertaten wie ein Freibad für Tiefseetaucher.<br />
<span>Nun ja, es geht bei dem Preis ja schließlich auch um das &#8220;vielsprachige und vielgestaltige Spektrum aktueller Erzählstimmen&#8221;, um nichts sonst.</span></p>
<img src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=693&amp;ts=1328918792" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/09/03/dass-ja-man-viel-geld-der-internationale-literaturpreis-%e2%80%93-haus-der-kulturen-der-welt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Roman mischpachti</title>
		<link>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/09/01/roman-mischpachti/</link>
		<comments>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/09/01/roman-mischpachti/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 07:57:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>spirograf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Edna Mazya]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Tel Aviv]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/?p=662</guid>
		<description><![CDATA[Manchmal ist Lektüre &#8211; wie der Rest sonst auch im Leben &#8211; dem schieren Zufall zu verdanken. Beim Herausnehmen eines benachbarten Buches aus dem Regal sehe ich noch kurz das gefällige Cover und lese den umständlichen Brigitte-Titel, als eine ungeschickte Bewegung dazu führt, dass das  Buch auf den Boden fällt und aufgeblättert liegen bleibt. &#8216;Aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-661" title="galit2" src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/uploads/2009/08/galit2.jpg" alt="galit2" width="1" height="1" />Manchmal ist Lektüre &#8211; wie der Rest sonst auch im Leben &#8211; dem schieren Zufall zu verdanken.<br />
Beim Herausnehmen eines benachbarten Buches aus dem Regal sehe ich noch kurz das gefällige Cover und lese den umständlichen Brigitte-Titel, als eine ungeschickte Bewegung dazu führt, dass das  Buch auf den Boden fällt und aufgeblättert <img class="alignright size-full wp-image-663" src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/uploads/2009/08/telaviv.jpg" alt="" width="338" height="293" />liegen bleibt. &#8216;Aus dem Hebräischen von Stefan Siebers&#8217; lese ich und denke, der macht doch sonst nur gute Titel. Und da ich nun ohnehin in die Hocke gehen muss, verweile ich dort unten und beginne zu lesen.<br />
&#8216;Über mich sprechen wir ein andermal&#8217; ist in etwa der ungeschickteste Titel, den ich mir vorstellen kann. &#8216;The Unsatisfied&#8217; laute der Originaltitel, heißt es im Impressum. Schon viel dichter am Roman,  dabei heißt doch &gt;mischpachti&lt; im Hebräischen, meine ich zumindest, nichts anderes als Familie.</p>
<p>Sei&#8217;s drum, es ist ein Familien- und Frauenroman, und Hasser des Genres sind gut beraten, die Finger davon zu lassen. Mazya verarbeitet das Standardrepertoire jüdischer Familiengeschichte des 20. Jahrhunderts: Wien und Tel Aviv, Emigration und Assimilation, Verdrängung und Sehnsucht  -  dazu schöne Frauen, unglückliche Ehen, unstete Liebhaber und weise Großmütter. Ein paar kleine Krötchen muss man also schon schlucken, aber wenn die einmal unten sind, wird der Roman mitreißend. Was in erster Linie an der Hauptfigur liegt, Ruth Stein, der Großmutter der Ich-Erzählerin.<br />
<span id="more-662"></span>Diese Frau gehört einem Typus an, der ausgestorben scheint im Leben wie in  der Literatur: schwierig, nervös, egozentrisch, zur Schuld geneigt und zur unglücklichen Liebe begabt. Auf dem Hintergrund der Emigrationsgeschichte von Wien nach Tel Aviv, der nationalsozialistischen Verfolgung und der  Zerstörung von Biografien, entsteht ein sehr feines Familienportrait, das weit entfernt ist von den Klischees, die man zu Beginn vermuten möchte. Ruth bewegt sich in einer in allen Lebensphasen misslingenden Mutter-Tochter-Beziehung, die erst im Verhältnis zur Enkelin Versöhnung findet. Die Enkelin, Nomi, ist die Ich-Erzählerin des Romans, sie rekonstruiert als erwachsene Frau aus den nachgelassenen Tagebüchern der geliebten Großmutter die familiäre Vergangenheit. Allzu lange hatte sie ihre Vergangenheit und Herkunft verdrängt, doch eine Reise nach Wien gibt den Impuls, die Tür aufzustoßen.<br />
Die Perspektivwechsel und vor allem die überzeugend gestalteten Dialoge bauen einen starken Spannungsbogen auf &#8211; Edna Mazya ist vor allem als Theaterschriftstellerin in Israel bekannt &amp; erfolgreich. Formal gewiss keine Revolution in der Prosakunst, doch ein überaus intelligenter (und unterhaltsamer) Familienroman.<br />
Stefan Siebers wie gewohnt in Bestform &#8211; &#8220;Das ist hier ist nicht die SPD, meine Herren, hier spielen Profis.&#8221;</p>
<p>Edna Nazya: Über mich sprechen wir ein andermal, Roman, 431 Seiten. <a href="http://www.kiwi-verlag.de/36-0-buch.htm?isbn=9783462040364">Kiepenheuer &amp; Witsch</a>, Köln 2008. Aus dem Hebräischen von Stefan Siebers. ISBN 978-3-462-04036-4</p>
<img src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=662&amp;ts=1328918792" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/09/01/roman-mischpachti/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Was fehlt: der Buchpreis der Independent</title>
		<link>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/08/27/was-fehlt/</link>
		<comments>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/08/27/was-fehlt/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 10:30:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>spirograf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturgeschäft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/?p=634</guid>
		<description><![CDATA[Die zwanzig Titel der Buchpreis-Longlist: • Sibylle Berg: Der Mann schläft (Hanser) • Mirko Bonné: Wie wir verschwinden (Schöffling &#38; Co.) • Thomas Glavinic: Das Leben der Wünsche (Hanser) • Wolf Haas: Der Brenner und der liebe Gott (Hoffmann und Camp) • Ernst-Wilhelm Händler: Welt aus Glas (Frankfurter Verlagsanstalt) • Anna-Katharina Hahn: Kürzere Tage (Suhrkamp) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die zwanzig Titel der Buchpreis-Longlist:</p>
<p>•   Sibylle Berg: <strong>Der Mann schläft</strong> (Hanser)<br />
•   Mirko Bonné: <strong>Wie wir verschwinden</strong> (Schöffling &amp; Co.)<br />
•   Thomas Glavinic: <strong>Das Leben der Wünsche </strong>(Hanser)<br />
•   Wolf Haas: <strong>Der Brenner und der liebe Gott </strong>(Hoffmann und Camp)<br />
•   Ernst-Wilhelm Händler: <strong>Welt aus Glas </strong>(Frankfurter Verlagsanstalt)<br />
•   Anna-Katharina Hahn: <strong>Kürzere Tage</strong> (Suhrkamp)<br />
•   Reinhard Jirgl: <strong>Die Stille</strong> (Hanser)<br />
•   Brigitte Kronauer: <strong>Zwei schwarze Jäger</strong> (Klett-Cotta)<br />
•   Rainer Merkel: <strong>Lichtjahre entfernt</strong> (S. Fischer)<br />
•   Terézia Mora: <strong>Der einzige Mann auf dem Kontinent</strong> (Luchterhand)<br />
•   Herta Müller: <strong>Atemschaukel</strong> (Hanser)<br />
•   Angelika Overath: <strong>Flughafenfische</strong> (Luchterhand)<br />
•   Norbert Scheuer: <strong>Überm Rauschen</strong> (C. H. Beck)<br />
•   Kathrin Schmidt: <strong>Du stirbst nicht</strong> (Kiepenheuer &amp; Witsch)<br />
•   Clemens J. Setz: <strong>Die Frequenzen</strong> (Residenz)<br />
•   Peter Stamm: <strong>Sieben Jahre</strong> (S. Fischer)<br />
•   Thomas Stangl: <strong>Was kommt</strong> (Droschl)<br />
•   Stephan Thome: <strong>Grenzgang</strong> (Suhrkamp)<br />
•   David Wagner: <strong>Vier Äpfel</strong> (Rowohlt)<br />
•   Norbert Zähringer: <strong>Einer von vielen</strong> (Rowohlt)</p>
<p>Eine tadellose Liste, auf der höchstens ein paar Namen fehlen, aber gewiss kein falscher draufsteht.<br />
Ich freue mich besonders für Rainer Merkel und für Peter Stamm und auf den neuen Brenner.</p>
<p>Die alternative Hotlist der Top 20 der unabhängigen  <a href="http://voland-quist.de/verlagsblog/">Kleinverlage</a> ist eine prima Idee mit einigen guten Titeln in diesem Herbst.<br />
Gerade habe ich den guten, überfälligen Gedanken, den spirograf-Buchpreis für die Independent zu vergeben.</p>
<img src="http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=634&amp;ts=1328918793" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.spirograf.de.dedi1647.your-server.de/2009/08/27/was-fehlt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

