Oktober 9, 2009 – 9:52 PM
Fünf Jahre alt war Simon Schwartz 1989. Mit seinen Eltern siedelte der kleine Junge Mitte der achtziger Jahre in den Westen über, nachdem die Familie mehere Jahre auf die Bewilligung des Ausreiseantrags warten musste und entsprechend lange behördlichen Repressalien und gesellschaftlicher Ausgrenzung ausgesetzt war. Was noch wie ein Detail aus der Autorenvita klingt, führt breits [...]
Der Erzählungsband “Sarajevo Marlboro” erschien erstmals 1994 – noch während der Belagerung von Sarajevo. Jergovic (auf das c gehört ein accent égu, was die Sonderzeichen hier nicht hergeben), geboren 1966, lebte als bosnischer Kroate zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Jahre in Zagreb. In den fünfzehn Jahren seither sind von ihm – in viele Sprachen übersetzt [...]
Ungenaues Protokoll I Blätterliebe, eine Abdominalgeburt Ein lustvolles Auf-der-Stelle-Treten. Merkmal einer artifiziellen Sprache: uralte magische Tradition, nicht ganz unanstrengend, habe ihn auch genervt. Während das passiert, entsteht eben Text. Nichts nervt mehr, als Humor, den man nicht teilt.
Dezember 2, 2008 – 8:43 AM
Von den hymnischen Besprechungen angesteckt freute ich mich nachgerade schon auf die Lektüre des neuen Romans von Johannes Gelich: “Der afrikanische Freund”. Auf dem Weg in die Buchhandlung ging ich noch in die Bücherei, um dort Bücher und mindestens so viel Geld wie später in der Buchhandlung zu lassen. Um nicht deprimiert dahinzuwandern, nahm ich [...]
Oktober 29, 2008 – 2:03 PM
“Liebe schaut weg” ist schon im Oktober letzten Jahres erschienen und wurde in Feuilletons und Foren ausführlich besprochen. Durchweg begeistert, soweit ich sehen kann. Nun habe auch ich endlich Buch und Zeichnerin mit gehöriger Verspätung entdeckt. Line Hoven hat Illustration an der Hamburger Universität für Angewandte Wissenschaften bei Anke Feuchtenberger studiert und “Liebe schaut weg” [...]
Oktober 9, 2008 – 9:21 PM
Jean-Marie Le Clézio. Ich wünschte, mein Gedächtnis wäre besser oder meine Urteilskraft. Ich habe (vor wirklich langer Zeit) zwei Titel im Original von Le Clézio gelesen, der eine war “La quarantaine” und der andere etwas mit Mondo – Erzählungen auf jeden Fall. Schwierig zu lesen, das weiß ich noch, ausgewiesen literarisch, lexikalisch ausgefinkelt. Originelles oder [...]
Rees: Der Verräter von Bethlehem 25% der belletristischen Titel im Buchhandel seien Krimis, stand neulich in der Branchenpresse. Rees hat ein gutes Buch geschrieben, aber wie überdrüssig ist man dieser auf Teufel heraus orginell konzipierten Detektivfiguren, die allmählich jeden Marktflecken dieser Welt literarisch kartographieren und serientauglich aufbereiten. Die Krimihandlung ist überflüssig – aber die Geschichte [...]
Eine vergnügliche Lektüre (und wie schön, in Klammern zu schreiben). Am Anfang fürchtet man sich vor einem Konstruktionswust, aber nein, Pletzingers Text hat Luft unter den Flügeln und ist schön eigenwillig geschrieben. Mit dieser Aufmerksamkeit der Ethnologen: wie beiseite gesprochen, aber ganz geschaut.